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1930
- Die Gangster Al Capone und „Bugs“ Moran teilen Chicago unter sich auf
- Der bei Blohm & Voss gebaute neue Schnelldampfer „Europa“ tritt seine Jungfernreise nach New York an und gewinnt dabei das Blaue Band
Politik
- 1. Januar: Jean-Marie Musy wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Die kommunistische Zeitung Daily Worker erscheint erstmals in Großbritannien
- 1. Januar: Die Arbeitslosenversicherung wird im Deutschen Reich von 3 auf 3,5 % angehoben
- 2. Januar: Gewaltteilung in der Republik China. Präsident Chiang Kai-shek behält die zivile Gewalt, Yen Hsi-schan die militärische Gewalt
- 22. Januar bis 22. April Londoner Marineabrüstungskonferenz zwischen den USA, Großbritannien, Frankreich, Japan und Italien
- 12. März: Mahatma Gandhi führt einen Protestmarsch, den so genannten Salzmarsch, gegen das britische Salzmonopol an
- 28. März: Konstantinopel erhält offiziell den Namen „İstanbul“
- 29. März: Heinrich Brüning wird zum Reichskanzler ernannt
- 1. Mai: Die Einführung der Mineralölsteuer in Deutschland bewirkt höhere Benzinpreise
- 6. Juni: Carol II. wird König von Rumänien
- 27. Juni: In Island wird das 1.000jährige Bestehen des Althing, ihres Parlaments, gefeiert
- 30. Juni: Frankreich räumt auf Grund des Young-Planes die Zone 3 des besetzten Gebietes (Wiesbaden, Mainz, Bingen, Trier und die Pfalz)
- 18. Juli: Auflösung des Reichstages durch Reichspräsidenten Paul von Hindenburg
- 23. Oktober - Der Präsident der Chinesischen Republik, Chiang Kai-shek, tritt zum methodistischen Glauben über und wird getauft.
- Unterzeichnung der Haager Schlußakte, mit der die Reparationszahlungen Deutschlands abschließend geregelt werden
Wissenschaft und Technik
- 18. Februar: Entdeckung des Planeten Pluto durch Clyde Tombaugh
- 11. Juli: Das erste Bildtelegramm wird aus Berlin ins chinesische Nanking über Kurzwelle übertragen
- 13. Oktober: Major Nello Marinelli, Italien, flog mit einem von Corradino d'Ascanio konstruierten Koaxialhubschrauber 1078 m weit: Weltrekord
- 13. Oktober: Erstflug der Ju 52
- Wolfgang Pauli postuliert die Existenz des Neutrinos
- Kurt Gödel veröffentlicht seinen Unvollständigkeitssatz
- Walther Bothe und Herbert Becker entdecken die Neutronen (?, 1932, James Chadwick)
- Paul Dirac postuliert Antimaterie (Antiteilchen)
- George Gamow gibt sein Tröpfchenmodell des Atomkerns an
- Philo Taylor Farnsworth beschreibt und patentiert die Idee zum Bau eines Sekundärelektronen-Vervielfachers (Photomultiplier)
Kultur
- 6. Januar: Uraufführung der komischen Oper Le Roi d'Yvetot von Jacques Ibert an der Opéra-Comique in Paris
- 14. Januar: Uraufführung des Musicals Strike up the Band von George Gershwin am Times Square Theatre in New York
- 21. Februar: Uraufführung der Operette Viktoria und ihr Husar von Paul Abraham in Budapest
- 9. März: Uraufführung der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill in Leipzig
- 2. Oktober: Das Pergamonmuseum in Berlin wird eröffnet
- 3. Oktober: Uraufführung der Oper Vom Fischer und syner Frau von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Dresden
- 14. Oktober: Uraufführung des Musicals Girl Crazy von George Gershwin am Alvin Theatre in New York
- 8. November: Uraufführung des Singspiels Im weißen Rößl von Ralph Benatzky im Großen Schauspielhaus in Berlin
- 9. November: Uraufführung der Oper Soldaten von Manfred Gurlitt in Düsseldorf
- 29. November: Uraufführung der romantischen Oper Morana von Jakov Gotovac in Brünn, (Brno)
- 12. Dezember: Uraufführung der Operette Les Aventures du Roi Pausole von Arthur Honegger am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris
- 26. Dezember: Uraufführung der Operette Der verlorene Walzer von Robert Stolz in Dresden
- Agatha Christie veröffentlicht die erste Miss-Marple-Geschichte
- Premiere des Antikriegsfilmes Im Westen nichts Neues nach Erich Maria Remarques gleichnamigem Roman
- Der Kummerbund zum Smoking beginnt sich in Kontinentaleuropa durchzusetzen
- Der US-amerikanische Fox-Konzern führt in Deutschland die „tönende“ Wochenschau ein
- Eröffnung des Karl Ernst Osthaus-Museum
Katastrophen
- 4. Januar: Strandung des Panzerkreuzers „Edgar Quinet“ (Frankreich) in der Nähe von Oran (Algerien). Die über 1000 Mann starke Besatzung kann gerettet werden. Totalverlust des Kreuzers
- 6. Mai: Erdbeben der Stärke 7,2 im Iran, etwa 2.500 Tote
- 23. Juli: Erdbeben der Stärke 6,5 in Italien 1.430 Tote
- 4. Oktober: Bei einer versuchten Notlandung geriet das britische Starrluftschiff R101 nahe Beauvais, 60 km nördlich von Paris, in Brand. Das Unglück forderte 48 Menschenleben und war damit das verlustreichste in der zivilen Luftschifffahrt
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- Erste Fußballweltmeisterschaft, Gastgeber Uruguay gewinnt auch gleich gegen Argentinien im Finale
- Deutscher Meister: Hertha BSC
- 12. Juni: Max Schmeling wird Box-Weltmeister
- Ski 1930 wird zum ersten Mal das Lauberhorn-Rennen/Abfahrt in Wengen/Schweiz durchgeführt
- Das Todesrad wird in den USA erfunden
- 1. Januar: Klaus Kindler, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher († 2001)
- 1. Januar: Werner Heider, Komponist, Pianist und Dirigent
- 1. Januar: Ack van Rooyen, niederländischer Jazz-Trompeter
- 1. Januar: Dschafar Muhammad an-Numeiri, Präsident des Sudan von 1971–1985
- 4. Januar: Christoph Albrecht, deutscher Organist, Dirigent und Komponist
- 7. Januar: Gardy Granass, deutsche Filmschauspielerin
- 9. Januar: Carl-Ludwig Wagner, deutscher Politiker
- 9. Januar: Ernst Dieter Lueg, Journalist († 2000)
- 10. Januar: Roy Disney, Neffe des Gründers der Walt Disney Company, Walt Disney
- 11. Januar: Rod Taylor, australischer Schauspieler
- 12. Januar: Glenn Yarbrough, US-amerikanischer Sänger der Gruppe Limeliters
- 13. Januar: Bobby Lester, US-amerikanischer Sänger († 1980)
- 14. Januar: Eckart Friedrichson, deutscher Schauspieler († 1976)
- 15. Januar: John Unnerud, norwegischer Rallyefahrer
- 15. Januar: Earl Hooker, US-amerikanischer Bluesmusiker († 1970)
- 20. Januar: Edwin Aldrin, Astronaut, Zweiter Mensch auf dem Mond
- 20. Januar: Edeltraud Eckert, deutsche Schriftstellerin († 1955)
- 20. Januar: Werner Schuster, deutscher Politiker († 2001)
- 20. Januar: Egon Bondy, tschechischer Dichter und Philosoph
- 21. Januar: Günter Lamprecht, deutscher Schauspieler
- 22. Januar: Hildegard Goss-Mayr, österreichische Friedensaktivistin und Schriftstellerin
- 23. Januar: Mervyn Rose, australischer Tennisspieler
- 24. Januar: John Romita Sr., US-amerikanischer Comiczeichner
- 25. Januar: Hans-Günther Toetemeyer, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages
- 25. Januar: Raymund Schmitt, Präsident des Bezirkstages von Unterfranken († 2001)
- 27. Januar: Aloysius Matthew Ambrozic, Erzbischof von Toronto in Kanada und Kardinal
- 27. Januar: Bobby Bland, schwarzer Blues- und Soulsänger
- 28. Januar: Kurt Biedenkopf, deutscher Politiker und Ministerpräsident
- 29. Januar: Derek Bailey, englischer Gitarrist und Improvisationskünstler
- 30. Januar: Alfred Herrhausen, deutscher Bankier und Vorstandssprecher der deutschen Bank († 1989)
- 30. Januar: Egon Klepsch, deutscher Politiker
- 30. Januar: Usko Meriläinen, finnischer Komponist und Dirigent († 2004)
- 30. Januar: Nikolai Georgijewitsch Putschkow, russischer Nationaltorhüter im Eishockey († 2005)
- 30. Januar: Gene Hackman, US-amerikanischer Schauspieler
- 31. Januar: Joakim Bonnier, schwedischer Sportwagen- und Formel-1-Rennfahrer († 1972)
- 31. Januar: Sergius Golowin, Schweizer Publizist und Mythenforscher
- 1. Februar: Dieter Röttger, norddeutscher Maler und Graphiker († 2003)
- 1. Februar: Otto Anton Eder, österreichischer Schauspieler und Regisseur († 2004)
- 2. Februar: Reiner Süß, deutscher Kammersänger und Entertainer
- 5. Februar: Dorothea Kobs-Lehmann, deutsche Künstlerin
- 5. Februar: Alfred Söllner, deutscher Rechtswissenschaftler, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 5. Februar: Ilon Wikland, schwedische Kinderbuch-Illustratorin
- 8. Februar: Eva Strittmatter, deutsche Dichterin und Schriftstellerin
- 8. Februar: Erich Böhme, Journalist
- 8. Februar: Catherine Hardy, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 10. Februar: Robert Wagner (Schauspieler), US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
- 12. Februar: Herbert Nachbar, deutscher Schriftsteller (DDR) († 1980)
- 12. Februar: Gerhard Rühm, österreichischer Schriftsteller, Komponist und bildender Künstler
- 13. Februar: Ernst Fuchs (Maler), österreichischer Maler
- 13. Februar: Karl Deres, Politiker
- 18. Februar: Rik Battaglia, italienischer Schauspieler
- 18. Februar: Bradley Smith, US-amerikanischer Revisionist
- 19. Februar: John Frankenheimer, US-amerikanischer Regisseur und Produzent († 2002)
- 21. Februar: Wilfried Minks, deutscher Bühnenbildner und Theaterregisseur
- 22. Februar: Giuliano Montaldo, italienischer Filmemacher und Regisseur
- 23. Februar: Ignaz Kiechle, deutscher Politiker († 2003)
- 23. Februar: Goro Shimura, Mathematiker
- 26. Februar: Erich Kiesl, deutscher Politiker
- 26. Februar: Lasar Naumowitsch Berman, russischer Pianist († 2005)
- 27. Februar: Berndt Heydemann, Umweltminister von Schleswig-Holstein
- 27. Februar: Joanne Woodward, US-amerikanische Schauspielerin
- 28. Februar: Leon Neil Cooper, US-amerikanischer Physiker
- 1. März: Eberhard Fiebig, deutscher Bildhauer
- 1. März: Gastone Nencini, italienischer Radrennfahrer († 1980)
- 2. März: Dieter-Julius Cronenberg, deutscher Politiker
- 2. März: Sergei Adamowitsch Kowaljow, russischer Dissident und Politiker
- 3. März: Heiner Geißler, deutscher Politiker
- 3. März: Ion Iliescu, rumänischer Politiker
- 5. März: Toni Hiebeler, Fotograf, Bergsteiger, Publizist († 1984)
- 5. März: John Ashley (Eishockey), NHL-Schiedsrichter
- 6. März: Lorin Maazel, US-amerikanischer Dirigent
- 7. März: Antony Armstrong-Jones, Designer, Photograph
- 8. März: Almuth Lütkenhaus, bildende Künstlerin
- 8. März: Lonny Kellner, deutsche Schauspielerin und Sängerin († 2003)
- 8. März: Pjotr Grigorjewitsch Bolotnikow, ehemaliger sowjetischer Leichtathlet
- 8. März: Carl Gustaf Ströhm, konservativer deutscher Journalist († 2004)
- 9. März: Stephen Fumio Hamao, ehemaliger Bischof von Yokohama und Kardinal
- 9. März: Kurt Sobotka, österreichischer Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor
- 10. März: Ronny, deutscher Schlagersänger, Komponist und Produzent
- 10. März: Fritz Schenk, rechtskonservativer Publizist und ehemaliger Fernsehjournalist
- 11. März: Günter Sieber, Minister für Handel und Versorgung und Botschafter der DDR in Polen
- 11. März: Troy Ruttman, Rennfahrer († 1997)
- 14. März: Helga Feddersen, deutsche Schauspielerin († 1990)
- 14. März: Dieter Schnebel, deutscher Komponist
- 14. März: Henk Angenent, niederländischer Fußballspieler († 1977)
- 14. März: Jegor Wladimirowitsch Jakowlew, russischer Journalist und Schriftsteller († 2005)
- 15. März: Andreas Okopenko, österreichischer Schriftsteller
- 15. März: Schores Iwanowitsch Alfjorow, russischer Physiker
- 16. März: Lotte Ledl, in Wien, ist eine österreichische Schauspielerin
- 16. März: Tommy Flanagan, US-amerikanischer Jazzpianist († 2001)
- 17. März: Betty Allen, US-amerikanische Mezzo-Sopranistin und Dozentin
- 18. März: Günter Hartmann, deutscher Politiker
- 18. März: Adam Joseph Maida, Erzbischof von Detroit und Kardinal
- 19. März: Lina Kostenko, ukrainische Dichterin
- 19. März: Ornette Coleman, US-amerikainischer Jazz-Musiker
- 20. März: Thomas Stafford Williams, Erzbischof von Wellington und Kardinal
- 21. März: Otis Spann, US-amerikanischer Blues-Pianist († 1970)
- 22. März: Pat Robertson, Fernsehprediger in den USA und Gründer der Christian Coalition
- 22. März: Lynden O. Pindling, Premierminister der Bahamas von 1967 bis 1992 († 2000)
- 22. März: Stephen Sondheim, US-amerikanischer Musicalkomponist und -texter
- 24. März: David Dacko, erster Präsident der Zentralafrikanischen Republik († 2003)
- 24. März: Cristóbal Halffter, spanischer Komponist
- 25. März: Ben Wagin, deutscher Künstler
- 25. März: Erica Pedretti, Schweizer Schriftstellerin und bildende Künstlerin
- 26. März: Adel Theodor Khoury, Theologe
- 27. März: Daniel Spoerri, rumänisch-Schweizer Tänzer, Künstler und Regisseur
- 28. März: Jerome I. Friedman, US-amerikanischer Physiker
- 29. März: Niels Clausnitzer, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 29. März: Anerood Jugnauth, Präsident, Premier-, Verteidigungs- und Innenminister von Mauritius
- 31. März: Julián Herranz Casado, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1. April: Grace Lee Whitney, US-amerik. Schauspielerin
- 3. April: Helmut Kohl, deutscher Bundeskanzler
- 4. April: Karl Obermayr, bayerischer Volksschauspieler († 1985)
- 4. April: Chlodwig Poth, deutscher Satiriker, Zeichner und Karikaturist († 2004)
- 4. April: Toni Stricker, österreichischer Komponist und Geiger
- 9. April: Bertram Blank, deutscher Politiker und MdB († 1978)
- 9. April: Alphonse Amadou Alley, ehemaliger Präsident von Benin
- 11. April: Anton Szandor LaVey, Gründer der amerikanischen Church of Satan († 1997)
- 12. April: Gustav Scholz, deutscher Boxer († 2000)
- 12. April: Vladimir Skalický, tschechischer Botaniker († 1994)
- 12. April: Bruno Benthien, Wirtschaftswissenschaftler und Tourismusminister der DDR
- 14. April: Raymond Danon, französischer Filmproduzent
- 15. April: Vigdís Finnbogadóttir, Präsidentin von Island
- 16. April: Herbie Mann, US-amerikanischer Jazzflötist († 2003)
- 17. April: Reza Badiyi, iranischer Filmregisseur und Filmproduzent
- 17. April: Chris Barber, Posaunist und Jazz-Bandleader
- 18. April: Jean Guillou, französischer Komponist, Organist und Pianist
- 20. April: Helmut Quaritsch, deutscher Rechtswissenschaftler
- 20. April: Stuart Lewis-Evans, Formel 1-Rennfahrer († 1958)
- 20. April: Kurt Singhuber, Minister für Erzbergbau, Metallurgie und Kali der DDR
- 21. April: Marianne Strauß, Frau von Franz Josef Strauß († 1984)
- 21. April: Dieter Roth, Schweizer Dichter, Grafiker und Aktions- und Objektkünstler († 1998)
- 23. April: Silvana Mangano, italienische Schauspielerin († 1989)
- 24. April: Anneliese Augustin, Politikerin, Honorarkonsulin in Marokko
- 24. April: José Sarney, Präsident der Republik Brasilien
- 24. April: Richard Donner, US-amerikanischer Regisseur und Schauspieler
- 25. April: Peter Schulz, Bürgermeister von Hamburg
- 25. April: Violetta Ferrari, ungarische Schauspielerin
- 25. April: Paul Mazursky, Vertreter des US-amerikanischen Autorenfilms
- 28. April: James Baker, US-amerikanischer Politiker
- 30. April: Félix Guattari, französischer Psychiater († 1992)
- 1. Mai: Peter Murray Taylor, Lord Chief Justice of England and Wales († 1997)
- 1. Mai: Little Walter, US-amerikanischer Bluesmusiker († 1968)
- 3. Mai: Horst Völz, Physiker und Informationswissenschaftler
- 5. Mai: Michael Adams (Pilot), Testpilot des Testflugzeugs X-15 († 1967)
- 7. Mai: Horst Bienek, deutscher Schriftsteller († 1990)
- 8. Mai: Helmut Palmer, Bürgerrechtler und Pomologe († 2004)
- 9. Mai: Joan Sims, britische Schauspielerin († 2001)
- 11. Mai: Hans Mohr, deutscher Biologe
- 11. Mai: Kurt Morawietz, deutscher Schriftsteller († 1994)
- 11. Mai: Edsger Wybe Dijkstra, niederländischer Informatiker († 2002)
- 11. Mai: Konrad Kruis, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 12. Mai: Manuel Marulanda, kolumbianischer Guerillaführer, Anführer der FARC
- 15. Mai: Jasper Johns, US-amerikanischer Künstler
- 16. Mai: Friedrich Gulda, österreichischer Pianist und Komponist († 2000)
- 18. Mai: Erwin Lanc, österreichischer Politiker
- 20. Mai: Theo Peer, österreichischer Pianist, ORF-Redakteur und Kabarettist
- 21. Mai: Malcolm Fraser, australischer Politiker und Premierminister
- 23. Mai: Aleksandar Matanović, jugoslawischer Schach-Großmeister im Schach
- 23. Mai: Friedrich Achleitner, österreichischer Schriftsteller
- 24. Mai: Matthew Meselson, Biologe
- 24. Mai: Hans-Martin Linde, Blockflötenspieler
- 26. Mai: Sivuca, brasilianischer Akkordeonspieler
- 28. Mai: Frank Drake, Astronom und Astrophysiker
- 29. Mai: Ekkehard Schall, deutscher Bühnen- und Filmschauspieler und Regisseur († 2005)
- 29. Mai: Burkhard Hirsch, deutscher Politiker
- 30. Mai: Robert Ryman, US-amerikanischer Maler
- 31. Mai: Clint Eastwood, US-amerikanischer Filmproduzent, Filmregisseur, Filmkomponist und Schauspieler
- 1. Juni: Hans-Heinz Emons, deutscher Chemiker
- 2. Juni: Carlos Menem, argentinischer Politiker
- 2. Juni: Charles Conrad, US-amerikanischer Astronaut († 1999)
- 3. Juni: Václav Vorlíček, tschechischer Filmregisseur
- 4. Juni: Viktor Wassiljewitsch Tichonow, russischer Eishockeytrainer
- 5. Juni: Ursula Lehr, deutsche Politikerin
- 5. Juni: Willibald Pahr, österreichischer Politiker und Jurist
- 9. Juni: Barbara (Musik), französische Chanson-Sängerin und -Komponistin († 1997)
- 9. Juni: Jordi Pujol, Regierungschef Kataloniens von 1982 bis 2003
- 10. Juni: Theo Sommer, deutscher Journalist
- 11. Juni: Ellen Schwiers, deutsche Schauspielerin; Mutter von Katerina Jacob
- 12. Juni: Otto Schenk, österreichischer Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Intendant
- 12. Juni: Jim Nabors, US-amerikanischer Schauspieler, Sänger und Komiker
- 13. Juni: Gotthard Graubner, deutscher Maler
- 13. Juni: Armando Hart, kubanischer Revolutionär und Politiker
- 16. Juni: Vilmos Zsigmond, ungarischer-US-amerikanischer Kameramann
- 19. Juni: Gena Rowlands, US-amerikanische Schauspielerin
- 20. Juni: Magdalena Abakanowicz, eine polnische Textilkünstlerin
- 20. Juni: Chuck Daly, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 22. Juni: Juri Petrowitsch Artjuchin, sowjetischer Luftwaffenoffizier und Kosmonaut († 1998)
- 23. Juni: Donn Eisele, US-amerikanischer Astronaut († 1972)
- 24. Juni: Claude Chabrol, französischer Filmregisseur
- 26. Juni: Friedrich Magirius, evangelisch-lutherischer Theologe
- 26. Juni: Sławomir Mrożek, polnischer Dramatiker
- 27. Juni: Evelyn Richter, deutsche Fotografin
- 27. Juni: Ross Perot, US-amerikanischer Unternehmer und Politiker
- 28. Juni: Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, syrisch-katholischer Erzbischof von Beirut
- 29. Juni: Ernst Albrecht (Niedersachsen), deutscher Politiker
- 1. Juli: Gonzalo Sánchez de Lozada, Präsident von Bolivien
- 2. Juli: Ahmad Jamal, afro-amerikanischer Jazzpianist und Komponist
- 3. Juli: Carlos Kleiber, österreichischer Dirigent († 2004)
- 4. Juli: George Steinbrenner, US-amerikanischer Unternehmer
- 6. Juli: Herbert Erhardt, deutscher Fußballspieler
- 6. Juli: Chief Armstrong, kanadischer Eishockeyspieler
- 7. Juli: Theodore Edgar McCarrick, Erzbischof von Washington
- 7. Juli: Biljana Plavšić, Präsidentin der Republik Srpska in Bosnien und Herzegowina
- 9. Juli: Sim Iness, US-amerikanischer Leichtathlet
- 11. Juli: Klaus Wagenbach, deutscher Verleger
- 11. Juli: Max Reimann (REP), Rentner und Politiker
- 11. Juli: Harold Bloom, US-amerikanischer Literaturwissenschaftler und -kritiker
- 12. Juli: Ruth Drexel, deutsche Schauspielerin, Regisseurin
- 12. Juli: Bernd Rüthers, deutscher Rechtswissenschaftler
- 13. Juli: Naomi Schemer, Israelische Sängerin und Autorin († 2004)
- 13. Juli: Fritz Aigner, österreichischer Maler († 2005)
- 14. Juli: Werner van Cleemput, belgischer Komponist und Musiker
- 14. Juli: Herbert Dörner, deutscher Fußballspieler († 1991)
- 15. Juli: Jacques Derrida, französischer Philosoph, Begründer des Dekonstruktivismus († 2004)
- 16. Juli: Horst Rittner, deutscher Schachmeister
- 20. Juli: Heinz Kubsch, deutscher Fußballspieler († 1993)
- 29. Juli: Gerhard Bondzin, deutscher Maler, Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR
- 29. Juli: Franz Froschmaier, deutscher Politiker
- 31. Juli: Oleg Konstantinowitsch Popow, russischer Clown und Pantomime
- 1. August: Lionel Bart, britischer Musical-Komponist († 1999)
- 1. August: Reinhart Wolf, deutscher Fotograf († 1988)
- 1. August: Pierre Bourdieu, französischer Soziologe († 2002)
- 1. August: Lawrence Eagleburger, US-Diplomat und US-Außenminister
- 4. August: Carlfriedrich Claus, Dt. Graphiker u. Schriftsteller († 1998)
- 5. August: Neil Armstrong, Astronaut, Erster Mensch auf dem Mond
- 5. August: Michal Kováč, erster Präsident der Slowakei
- 5. August: Paul Richard Ginther, US-amerikanscher Formel 1-Rennfahrer († 1989)
- 6. August: Abbey Lincoln, US-amerikanische Jazz-Sängerin
- 8. August: Jerry Tarkanian, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 8. August: Johannes Mischo, war Parapsychologe an der Universität Freiburg im Breisgau († 2001)
- 12. August: Ron Herron, britischer Architekt und Autor († 1994)
- 12. August: Peter Weck, österreichischer Regisseur, Theaterintendant und Schauspieler
- 12. August: George Soros, US-amerikanischer Investmentbanker und Philanthrop
- 13. August: Herbert Gauls, Fotograf, Gründer der Werbeagentur Foto Gauls
- 16. August: Wolfgang Völz, deutscher Fernseh- und Filmschauspieler
- 16. August: Tony Trabert, ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler
- 17. August: Ted Hughes, englischer Schriftsteller († 1998)
- 19. August: Frank McCourt, irisch-US-amerikanischer Autor
- 20. August: Jan Olszewski, polnischer Politiker
- 21. August: Princess Margaret, jüngere Schwester der Königin Elisabeth II. († 2002)
- 23. August: Michel Rocard, französischer sozialistischer Politiker
- 25. August: Sean Connery, schottischer Schauspieler
- 28. August: Ben Gazzara, US-amerikanischer Schauspieler
- 29. August: Atef Muhammad Naguib Sedki, ägyptischer Politiker und Ministerpräsident († 2005)
- 30. August: Josef Metternich (Pfarrer), deutscher Pfarrer, Theologe, Textdichter († 2003)
- 30. August: Paul Poupard, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 30. August: Warren Buffett, Unternehmer, Investor
- 1. September: Charles Correa, Architekt und Stadtplaner
- 1. September: Michel Serres, französischer Philosoph
- 3. September: Wilhelm Holzbauer, österreichischer Architekt
- 6. September: Salvatore De Giorgi, Erzbischof von Palermo und Kardinal
- 7. September: Baudouin I. (Belgien), König von Belgien († 1993)
- 7. September: Sonny Rollins, US-amerikanischer Tenorsaxophonist
- 8. September: Mario Adorf, deutsch-italienischer Schauspieler
- 12. September: Klaus Siebold, Minister für Kohle und Energie der DDR
- 16. September: Anne Francis, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 17. September: Tom Stafford, US-amerikanischer Astronaut
- 18. September: Ignace Moussa I. Daoud, Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen, Kardinal
- 19. September: Muhal Richard Abrams, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist
- 19. September: Ernst-Wolfgang Böckenförde, deutscher Rechtsphilosoph und Richter am Bundesverfassungsgericht
- 20. September: Karl Eduard Claussen, deutscher Politiker
- 20. September: Eddie Bo
Kategorie:1930
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Al Capone
Alphonse Gabriel (Al) Capone ( - 17. Januar 1899 in Brooklyn, New York; † 25. Januar 1947 in Palm Beach, Florida) war einer der berüchtigtsten Verbrecher Amerikas in den 1920er und 1930er Jahren. Capone kontrollierte die Chicagoer Unterwelt und machte seine Geschäfte vor allem in den Bereichen illegales Glücksspiel, Prostitution und während der Prohibitionszeit im illegalen Alkoholhandel. Bis heute ist sein Name auch mit der Bezeichnung Geldwäsche verbunden, da er als Erster illegale Einnahmen in Waschsalons investierte und mit dieser Verschleierungsmethode Vorbild für viele Steuerhinterzieher und Betrüger wurde.
Obwohl der Höhepunkt seiner Karriere nur von 1926 bis 1931 währte und Capone im Grunde nur bereits existierende kriminelle Strukturen nutzte, wurde er zum Urbild des Gangsterbosses, zu einem Symbol für die organisierte Kriminalität schlechthin. Der "Mythos Capone" geht im Wesentlichen auf seine Fähigkeiten als Selbstdarsteller und seinen geschickten Umgang mit der Presse zurück. Nach außen gab sich Capone den Anschein des seriösen Geschäftsmanns, der im Branchenverzeichnis als Antiquitätenhändler geführt wurde und laut Visitenkarte Händler für gebrauchte Möbel war.
Jugend und frühe Erwachsenenjahre in New York
Visitenkarte
Al Capone wurde als Sohn neapolitanischer Einwanderer im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Sein Vater Gabriel, ein Friseur, und seine Mutter Theresa zogen eine große Familie auf. Theresa gebar nacheinander ihre sieben Söhne James "Jimmy", Ralph, Frank, Alphonse, John "Mimi", Albert und Matthew. Danach bekam sie mit Rose und Mafalda noch zwei Töchter. Capone wuchs dort in einem von Iren, Italienern und weiteren Einwanderern geprägten Stadtteil auf. Dies beeinflusste ihn insoweit, dass er nie nationalistische Vorurteile zeigte. Als Junge war er intelligent und sportlich, bewies aber oft mangelnde Selbstbeherrschung. Dennoch fiel er kaum auf und galt als eher zurückhaltend. Bekannte aus dieser Zeit zeigten sich später erstaunt über Capones Laufbahn.
Er verließ die Schule in der achten Klasse und arbeitete danach unter anderem als Verkäufer, als Kegeljunge, in einer Munitionsfabrik und in einer Buchbinderei. Später sollte er sich als Barkeeper und Rausschmeißer im Havard Inn auf Coney Island betätigen. Daneben aber schlug er sich als Kleinkrimineller in den New Yorker Jugendbanden durch. Er schloss sich in Manhattan den Forty Thieves Juniors, der Jugendorganisation der Five Points Gang, an. 1914 - im Alter von fünfzehn Jahren - wurde Capone von dem Gangster Frankie Yale aufgenommen, von dem er viel über Schutzgeld-Erpressung, Wucherzinsen und Ähnliches lernte. Yale war Capones großes Vorbild. Er lehrte ihn, dass Brutalität und Rücksichtslosigkeit allein niemals zum erfolgreichen "Geschäft" führten.
Scarface
Im Sommer 1917 kam Capone zu seinem Spitznamen Scarface, weil er sein Temperament nicht zügeln konnte. Er war gegenüber der Tochter von Frank "Galluch" Galluccio zudringlich geworden, woraufhin dieser ihn mit einem Messer an Wange, Kiefer, Hals und Schulter verletzte. Später räumte Capone ein, dass der Streit seine eigene Schuld gewesen sei und engagierte Galluccio dann bei Besuchen in New York sogar als Bodyguard. Auf die Bezeichnung "Scarface" und die damit verbundene Betonung eines körperlichen Makels reagierte Capone jedoch zeitlebens empfindlich. Vor der Öffentlichkeit behauptete er, sich die Narben im Ersten Weltkrieg zugezogen zu haben, obwohl er nie beim Militär war.
Weitere Pseudonyme Capones waren Al Brown, wie er sich selbst bei manchen Geschäften nannte, und The Big Fellow. Viele Freunde nannten ihn auch "Big Al".
Capones erster Mord
Als ein Bekannter in einer Kneipe von Frankie Yale 1500 Dollar durch Falschspiel erlangte und Capone es ihm am Ausgang wieder abnahm, sagte dieser: "Ich kenne dich doch gut!" Daraufhin erschoss ihn Capone. Es war sein erster Mord, der zeigte, dass er generell bereit war, für das Geschäft auch zu töten und dies in keiner Weise bereute. Capone und Yale waren beide der Meinung, der Mann sei selbst Schuld gewesen, als er mit Rache drohte. Da keine Zeugen aussagten, konnte man Al Capone wie in vielen anderen Fällen nichts anhaben.
Eines Abends war Capone dabei, für Yale Schutzgelder zu kassieren, als ihm Arthur Finnegan begegnete, ein Mitglied der irischen White Hand Gang, der gerne Italiener beschimpfte und schon in der Vergangenheit mehrmals mit ihnen aneinander geraten war. Obwohl Capone ihn unbewaffnet angriff, verletzte er Finnegan so schwer, dass er ihn für tot hielt. Finnegan überlebte zwar, musste aber für ungefähr 5 Wochen im Krankenhaus bleiben. Erneut erwies sich die Polizei nicht als Bedrohung. Doch Bill Lovett von den White Handers, den selbst seine Freunde nur mit Vorsicht behandelten, begann, nach Capone zu suchen. Wegen seiner auffälligen Narben lief er Gefahr, schnell gefunden zu werden. Daher forderte Frankie Yale Capone Ende 1919 auf, nach Chicago zu Johnny Torrio umzuziehen.
Chicago
Gesellschaft und Politik
In Chicago erlangte Al Capone in kurzer Zeit relativ viel Macht und Einfluss. Entscheidend dafür waren neben seiner späteren Übernahme des Gebietes von Johnny Torrio insbesondere die gesellschaftlichen Bedingungen in der "Unterwelt" Chicagos. Bereits in den 1830ern blühte dort das illegale Glücksspiel, ab den 1870ern auch die Prostitution. Der Reformer Charles E. Merriam behauptete um 1920 herum: "Chicago ist einmalig. Es ist die einzige Stadt in Amerika, die durch und durch korrupt ist."
Das innerstädtische Vergnügungsviertel Chicagos war zunächst der Erste Bezirk, die Etablissements wurden später nach und nach in das berüchtigte "Levee" verlegt. Der Einfluss der gesellschaftspolitischen Interessen des Vergnügungsviertels war so groß, dass 1858 sogar der damalige Bürgermeister John Wentworth abgewählt wurde, als er sich zu deutlich für die Einschränkung des "Lasters" ausgesprochen hatte.
Als schließlich 1920 die Prohibition begann, waren viele Bürger Chicagos nicht an einer Durchsetzung des Alkoholverbots interessiert. Auch in der bürgerlichen Gesellschaft stieß es zum Teil auf offene Ablehnung. Das Verbot, das ursprünglich die Kriminalitätsrate senken sollte, bewirkte das genaue Gegenteil: Die organisierte Kriminalität blühte auf, nicht nur in Chicago. Denn das Verbot ermöglichte es, vielfach höhere Preise für Alkohol zu verlangen. Die bundesweit rund 2300 nur gering entlohnten Prohibitionsagenten waren nicht in der Lage, das Verbot vollständig durchzusetzen. Dass Capone den Bürgern ihren Wunsch nach Alkohol erfüllte, halten einige Beobachter für einen wichtigen Faktor, der zu seiner Popularität beitrug.
Auch in der Politik nutzte Capone lediglich schon bestehende Strukturen: Das Unternehmen, das er später von Johnny Torrio übernehmen sollte, ging auf Jim Colosimo und dessen Bordelle zurück. Colosimo, um 1920 einer der mächtigsten Männer Chicagos, hatte bereits in den 1890er Jahren mit den Ratsherren "Bathhouse" John Coughlin und Michael "Hinky Dink" Kenna zusammengearbeitet. Er ließ seine Kollegen für die beiden stimmen und wurde im Gegenzug Wahlkreisleiter. Von 1915 bis 1923 war William Hale "Big Bill" Thompson Bürgermeister. Er änderte zugunsten Colosimos die Bezirkseinteilung, als sich das Vergnügungsviertel aus dem Einflussbereich Coughlins und Kennas zu verlagern drohte. Thompson war ein reicher Vieh- und Immobilienhändler, der sich wegen einer 50-Dollar-Wette zur Wahl gestellt hatte. Seine Leute waren fast alle korrupt. Als er sich 1927 zur Wiederwahl stellte, unterstützte Capone ihn massiv, da Thompson anders als sein Gegenkandidat Dever nicht auf die Durchsetzung der Prohibition pochte.
Unter Torrio
Johnny Torrio war der Unterboss Jim Colosimos, als Capone in Chicago ankam. Capone fing auch hier wieder als kleiner Rausschmeißer und Aufreißer an. So wie Torrio seinen Mentor Paul Kelly, so bewunderte Capone nun Torrio. Dieser wiederum schätzte Capones Fähigkeiten, die er für seine kriminellen Pläne benötigte. So half Capone maßgeblich bei der Planung des Mordes an Jim Colosimo, der am 11. Mai 1920 von Frankie Yale ausgeführt wurde. Dadurch konnte Torrio das große kriminelle Territorium seines Onkels übernehmen und mit dem Alkoholschmuggel beginnen. Vermutlich um 1922 herum wurde Capone zu Torrios wichtigstem Mann. Dieser hatte soviel Vertrauen in seinen Schützling gewonnen, dass er ihm während eines Italien-Urlaubs Ende 1923 bis zum Frühjahr 1924 die Verantwortung übergab. In dieser Zeit, Anfang 1923, kam es zu einer Übereinkunft der Chicagoer Gangs, ihre jeweils zugewiesenen Territorien nicht zu überschreiten. Torrios Vertrauen in Capone erwies sich als wohl begründet, denn er festigte die Macht des von ihm geleiteten Verbrechersyndikats und dehnte dessen Einfluss auf die damals 70.000 Einwohner zählende Stadt Cicero vor Chicago aus.
Übernahme von Torrios Posten
Im März 1925 ahnte Torrio den Zusammenbruch des Syndikats voraus und entschloss sich, von einem Mordanschlag geschwächt, auszusteigen und die Macht vollständig Capone zu übergeben. Torrio sollte recht behalten: Die sizilianischen Genna-Brüder versuchten entgegen den 1923 getroffenen Abmachungen, ihr Territorium auszuweiten, wobei sie Capone in die Quere kamen. Im Laufe des Jahres 1925 ließ dieser einige der Brüder durch John Scalise und Albert Anselmi ermorden, der Rest der Gennas gab daraufhin auf.
Im Dezember 1925 reiste Capone nach New York - nach eigenen Angaben wegen einer Operation seines Sohnes. Allerdings war er dort auch an einer Schießerei mit den White Hands beteiligt. In der Folge löste sich die White-Hands-Gang praktisch auf, was insbesondere bei Frankie Yale Erleichterung auslöste. Vermutlich war die Aktion ein "Kompensationsgeschäft" für Yales Morde an Colosimo und Dion O'Banion. Aufgrund weiterer Bandenmorde brach das Alkohol-Kartell allmählich zusammen. Das Jahr 1925 war insgesamt schlecht für Capones Unternehmungen, da die Vertuschung der Morde sehr teuer wurde.
Bandenkriege
Am 27. April 1926 wurden Jim Doherty, ein führendes Mitglied der South Side von Chicago, Bill McSwiggin, ein stellvertretender Staatsanwalt, und Red Duffy, eher eine Randfigur, ermordet. Nach Polizeiangaben hatte Capone dabei selbst geschossen, um seine Leute anzuspornen. Da der Mord an Staatsanwalt McSwiggin für großes Aufsehen in den Medien sorgte, musste Capone für drei Monate untertauchen. Die Folge waren Razzien in seinen Lokalen, und der Schaden für sein Unternehmen wird auf eine Million Dollar geschätzt. Im Juli 1926 stellte sich Capone einem Verhör: Die Polizei konnte aber trotz des dringenden Verdachts keine Beweise vorlegen. Das eigentliche Ziel des Anschlags war das O'Donnell-Mitglied Doherty. Trotz des Aufsehens ging Capones Strategie auf: In der South Side beruhigten sich die Verhältnisse.
Am 11. Oktober 1926 wurden Hymie Weiss und Patrick Murray vor Schofield's Blumenladen getötet, was zur Schwächung der North Side Gang führte. Weiss war angeblich der Einzige, den Capone je fürchtete. In der Folge gab es am 20. Oktober 1926 ein Treffen zwischen Chicagos Bandenführern: Al Capone, Vincent Drucci und George Moran von der North Side, Myles O'Donnell von der South Side und einige weitere. Sie vereinbarten, die Situation von 1923 wiederherzustellen: Es wurden erneut Territorien abgesteckt; vorübergehend herrschte Frieden zwischen den Banden.
Anfang des Jahres 1927 hatte Capone mit Frankie Yale eine Vereinbarung über Alkoholtransporte getroffen. Nachdem aber Yale versucht hatte, ihn zu hintergehen, ließ Capone seinen ehemaligen Mentor am 1. Juli 1928 töten.
Capone war höchstwahrscheinlich auch der Auftraggeber des Valentinstag-Massakers am 14. Februar 1929, bei dem George Moran ausgeschaltet werden sollte.
1929 planten Scalise, Anselmi und Joseph Guinta trotz geringer Erfolgschancen einen Anschlag auf Capone. Wahrscheinlich bekam ein Kellner oder Capones Hauptleibwächter Frankie Rio Wind von dem Plan. Da Capone es zunächst nicht glauben wollte, stellte er den Attentätern eine Falle: Bei einem Essen inszenierten Capone und Rio einen scheinbaren Streit. Scalise und Anselmi boten Rio daraufhin ein Bündnis an und offenbarten ihr Vorhaben. Capone sah seinen Stolz und seine Loyalität schwer verletzt. Am 7. Mai 1929 gab es ein großes Bankett der Organisation, bei dem alle Gäste vorher auf Waffen untersucht wurden. Scalise, Anselmi und Guinta waren, das ergab die Autopsie, bei diesem Festmahl bereits betrunken, als Capone sie mit einem Baseballschläger niederschlug. Anschließend wurden die drei noch erschossen. George Meyer, ein ehemaliger Fahrer, sagte später, Capone sei so rasend vor Wut gewesen, dass die anderen glaubten, er habe einen Herzanfall erlitten.
Erste Haftstrafe
Am 16. Mai 1929 wurden Frankie Rio und Capone in Philadelphia wegen Waffenbesitzes in einer vermutlich inszenierten Verhaftung festgenommen und zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt – obwohl Capone nur eine Höchststrafe von drei Monaten erwartet hatte. Er kam zunächst nach Holmesburg, ein berüchtigtes Gefängnis, wurde aber nach kurzer Zeit dank einflussreicher Verbündeter ins Cherry Hill verlegt, in dem bessere Verhältnisse herrschten. Er führte sogar seine Geschäfte weiter. Für andere Banden schien er unangreifbar. Nach zehn Monaten wurde er am 17. März 1930 wegen guter Führung entlassen.
Das Ende seiner Karriere
Capones Position wird instabil
1930
Obwohl er aus dem Gefängnis Philadelphias entlassen worden war, kam Capone immer weiter in Bedrängnis. Auch in Florida, wo er seit 1928 eine Villa besaß, wollte man ihn im Gefängnis sehen, obwohl er dort nur in geringem Ausmaß kriminelle Geschäfte betrieben hatte. Zwar gab es auch in Florida Korruption, doch geschahen Aktivitäten wie Alkoholverkauf und Glücksspiel dort eher subtil. Vor allem befürchtete man in Florida das Aufkommen von Bandenmorden.
Die Strafverfolgungsbehörden bedrängten Capone zunehmend, konnten ihn zunächst jedoch nicht belangen. 1930 wurde er vier Mal von der Polizei festgehalten, unter anderem, weil sich angeblich Beschwerden der Bevölkerung mehrten und weil er kein "anständiger Bürger" sei. Ab 1929 versuchte auch der gefürchtete Prohibitionsagent Eliot Ness, Capone in die Enge zu treiben. Da dessen Versuche, auf seine Art mit diesem Problem fertig zu werden, fehlschlugen, bezeichnete man Ness und seine Truppe als Die Unbestechlichen. Zwar konnten sie weder den Alkoholkonsum in Chicago unterbinden noch Capone das Handwerk legen, doch sie fügten seinem Syndikat durch zahlreiche Razzien erheblichen finanziellen Schaden zu.
Schon 1927 zeigte die amerikanische Steuerbehörde IRS [http://en.wikipedia.org/wiki/U.S._Internal_Revenue_Service] erstes Interesse an Capone und seinem offenbar riesigen, aber unversteuerten Einkommen. Sein Bruder Ralph Capone und sein Freund und Mitarbeiter Jack Guzik wurden bereits 1930 wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Capone jedoch handelte nicht leichtsinnig, weshalb es für den IRS zunächst schwer war, überhaupt Ansatzpunkte für eine Ermittlung zu finden.
Am 17. April 1930 fand eine Besprechung zwischen Capone, seinem Anwalt und dem IRS statt. Dabei kam es zu einem Missverständnis von Capones Anwalt: Das Gespräch wurde protokolliert und es wurde ihm auch mitgeteilt, dass alle Aussagen in weiteren Untersuchungen verwendet werden würden. Der Anwalt ging allerdings irrigerweise davon aus, dass die Besprechung rechtsunverbindlich sei. Durch Capones Aussagen bekam der IRS nun eine Grundlage für ein Netto-Wert-Verfahren: In einem solchen Verfahren stellt man beispielsweise fest, dass ein zusätzliches Einkommen vorhanden sein muss, wenn jemand Eigentum besitzt, das er sich bei seinem bestehenden Einkommen gar nicht leisten könnte.
Der Steuer-Prozess
Am 25. Februar 1931 wurde Capone wegen einer Bagatelle verurteilt: Er hatte den Termin einer Vorladung nicht akzeptiert. Die Haftstrafe betrug sechs Monate, aber auf Kaution blieb Capone auf freiem Fuß. Eine weitere Anklage wegen Landstreicherei in Florida wurde auf Bitte der Staatsanwaltschaft am 3. April abgewiesen, da diese keine belastenden Zeugen stellen konnte.
Am 5. Juni 1931 erfolgte schließlich die Anklage wegen der Hinterziehung von Steuern in Höhe von 200.000 Dollar. Jedem Beobachter war klar, dass die Summe lächerlich gering war. Es handelte sich nur um den Teil, der nachgewiesen werden konnte. Wie bei der früheren Besprechung mit dem IRS schätzte Capone seine Lage erneut falsch ein: Eine vermeintliche Vereinbarung, dass ein Schuldbekenntnis zu einer Strafmaßminderung führen werde, stellte sich später als ungültig heraus. Die Staatsanwälte weigerten sich, einen Kompromiss einzugehen. Als der Richter Wilkerson erklärte, nicht an eine vereinbarte Strafmilderung gebunden zu sein, zog Capone sein Bekenntnis zurück.
Die Verteidiger Capones waren anscheinend inkompetent. Tommy Nash, sein erfahrener Anwalt, war aus ungeklärten Gründen nicht am Prozess beteiligt. Stattdessen vertrat ihn Mike Ahern, der sonst eher Schreibtischarbeiten erledigte. Am 8. Oktober erfolgte der "Geheimpfad nach Waterloo", wie ein Beobachter schrieb. Die Verteidiger Capones machten von Einspruchsrechten nur zaghaft Gebrauch, als die Staatsanwaltschaft entscheidendes Belastungsmaterial vorlegte. Der Verteidigung fehlte eine Strategie, sie hatte sich zu sehr auf die Vereinbarung mit dem Schuldbekenntnis festgelegt. Dazu kam noch das nicht überzeugende Plädoyer.
Im Juni standen die Erwartungen für eine Haftstrafe zwischen zwei und vier Jahren. Die Presse reagierte daraufhin empört über die Justiz: Sie zeige sich unfähig, Capone, der sich laut dem Courier-Journal "jedes erdenklichen Verbrechens schuldig gemacht" habe, etwas anderes als ein Steuervergehen nachzuweisen und insbesondere keine Verletzung des Prohibitionsgesetzes.
Von den 23 Anklagepunkten wurde Capone am 17. Oktober 1931 in lediglich fünf Punkten für schuldig erklärt, darunter allerdings drei schwere Vergehen, die je fünf Jahre Gefängnisstrafe nach sich ziehen konnten.
Capone endgültig hinter Gittern
Am 24. Oktober 1931 wurde das Strafmaß verkündet: Wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Geldwäsche wurde Al Capone zu 50.000 Dollar Strafe, zusätzlich knapp 8.000 Dollar Gerichtskosten und elf Jahren Gefängnis verurteilt.
Knapp drei Jahre verbrachte Capone im Gefängnis von Atlanta, Georgia, das bis dahin als härteste Bundesanstalt galt. Anfangs konnte er jedoch sogar seine Geschäfte weiterführen und bekam namhafte Besuche, etwa von seinem Mentor Johnny Torrio oder Größen der organisierten Kriminalität wie Dutch Schultz und Lucky Luciano. Er arbeitete als Schuhmacher und wurde als Musterhäftling bezeichnet. Laut dem Gefängnisdirektor wurde er genauso behandelt wie alle anderen Gefangenen, Mithäftlinge behaupteten jedoch, er habe wie ein König gelebt. Bargeldschmuggel, möglicherweise auch mit Hilfe der Wärter, verhalf ihm zu gewissen Privilegien, die aber eher bedeutungslos waren. Trotzdem empfand er die Haft als Belastung. "Schlafen ist wie davonlaufen", hat er nach der Zeitung Herald and Examiner einmal im Gespräch mit einem Wärter gesagt.
Die Behörden betrachteten Capones Einfluss als Problem. Daher wurde er am 18. August 1934 nach Alcatraz vor der Küste von San Francisco verlegt. Dort war er von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten: Zeitungen waren verboten, Briefverkehr fand nur eingeschränkt und zensiert statt, auch Besuche waren stark beschränkt. Der damalige Gefängnisdirektor Johnston bemühte sich zu verhindern, dass Capone Einfluss auf die Mithäftlinge gewann. Für sie gab es Essen und Zigaretten genug, um es unmöglich zu machen, sie zu bestechen. Da Capone im Gegensatz zu anderen Schwerverbrechern eine relativ kurze Strafe erhalten hatte, bemühte er sich um eine ordentliche Führung. Er hielt sich aus Revolten heraus, was allerdings den Zorn anderer Häftlinge auf ihn zog. Es fanden mehrere glimpflich verlaufene Angriffe auf ihn statt, er büßte viel von seinem Status ein und litt schwer unter der Situation. Wegen guter Führung wurde er schließlich am 6. Januar 1939 vorzeitig entlassen.
Al Capones Tod
Vermutlich hatte Capone sich 1928 bei einer seiner Prostituierten mit den Erregern der Syphilis angesteckt. Während der Haftzeit wurde sein körperlicher Zustand immer schlechter, danach konnte eine Behandlung die Symptome mildern. Dennoch starb er am 25. Januar 1947 an einer Lungenentzündung in Florida, die wahrscheinlich eine Folge des durch die Syphilis hervorgerufenen körperlichen Verfalls war. Er starb im Beisein seiner Familie, was er sich auch früher gewünscht hatte. Im Vergleich zu den Blumenmeeren anderer Beerdigungen, wie beispielsweise die von Dion O'Banion, war die Beisetzung Capones bescheiden. Anthony Accardo, ein wichtiger Mann der Organisation, hatte angeordnet, dass nur die Familie und deren Freunde kommen sollen.
Capones Charakter und Privatleben
Am 30. Dezember 1918 heiratete Al Capone die irischstämmige Mary "Mae" Coughlin, die, am 4. April 1897 geboren, fast zwei Jahre älter war als er. Bereits vor der Hochzeit am 4. Dezember 1918 hatten sie einen - den einzigen - Sohn bekommen: Albert Francis "Sonny". Da Hochzeiten zwischen Irischstämmigen und Italo-Amerikanern damals eher selten waren, wird seine Ehe als Zeichen für Capones Vorurteilslosigkeit gesehen. Capone war Mae im Laufe seiner Karriere nicht immer treu, wie auch seine Ansteckung mit der Syphilis zeigte. Dennoch hielt Mae bis zu seinem Tod zu ihm.
Ein Reporter, der ihn interviewte, bezeichnete ihn als "intelligent, unbekümmert und liebenswürdig". Capone konnte sich auch sehr für Musik begeistern: Am meisten liebte er italienische Opern, aber er hörte auch gerne Jazz und Schlager.
In den Bandenkriegen ging Capone kaltblütig und brutal vor und griff sogar selbst zur Waffe. Innerhalb der Bandenstrukturen hatte er jedoch den Ruf, sehr verlässlich zu sein. Vom Drogenhandel, abgesehen vom Alkohol, hielt er sich fern, da er befürchtete, durch ihn könnte seine Organisation ruiniert werden. Er zeigte in den folgenden Jahren seinen Partnern gegenüber Loyalität, und seine Großzügigkeit war legendär. Im Glücksspiel galt er als Pechvogel: Von seiner Ankunft in Chicago bis 1927 soll er 7,5 Millionen Dollar verloren haben. Er veranstaltete ausgelassene Feiern, die meistens in riesigen Gelagen endeten. Die Kellner und Bediensteten in Lokalen konnten sich eines großzügigen Trinkgeldes sicher sein. Dieser verschwenderische Lebensstil bot allerdings auch den Steuerfahndern ein unübersehbares Ziel für ihre Ermittlungen.
Mythos Capone
Capone in der Öffentlichkeit
Um 1924 erkannte er, dass sich Freundlichkeit gegenüber der Presse auszahlte und verhielt sich von da an freundlich gegenüber Journalisten. Kein Alkoholschmuggler stellte sich so wie er in der Öffentlichkeit dar; wo andere Gangster Kameras aus dem Weg gingen oder Journalisten bedrohten, grinste Capone und warf sich in Positur. Dies machte ihn zum Liebling der Zeitungsleute und trug maßgeblich zu seinem Mythos bei.
Nachdem am 20. September 1926 in einem Café ein Mordanschlag auf Capone verübt worden war, bezahlte er die Krankenhausrechnungen zweier unbeteiligter Verletzter. Er verstand es, solche Ereignisse auszunutzen, um sich Sympathien zu erkaufen. Der Steuerfahnder Elmer Irey berichtete von einer weiteren Anekdote. Danach erhielt der frisch gewählte Präsident Herbert C. Hoover 1929 in einer Hotel-Lobby Applaus – als sich die Menge plötzlich von ihm ab- und dem gerade eintreffenden Capone zuwandte.
Capone in Film und Musik
Der "Mythos Capone" entstand schon zu Lebzeiten des Gangsterbosses und fand seither seinen Niederschlag in zahlreichen Gangsterfilmen. So beziehen sich beispielsweise die Filme Scarface von 1932 und 1983 sowie Die Unbestechlichen von 1987 mehr oder weniger explizit auf Capones Geschichte. Er selbst erhielt sogar ein Angebot über eine Million Dollar für den Auftritt in einem Gangsterfilm. 1974 schrieb die Musikgruppe Paper Lace das Lied The night Chicago died. Darin wird die fiktive Geschichte erzählt, wie Al Capone versucht, die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen und wie bei einer Schießerei 100 Polizisten sterben. Capones Name steht bis heute für den Typus des amerikanischen Ganganführers. Details aus seinem Leben werden häufig genutzt, um Filme oder Geschichten anzureichern.
Zitate
- Capone über Chicago: Ich kann die Verhältnisse nicht ändern. Ich nehme sie einfach hin, ohne wegzusehen. - Sullivan, Edward Dean: Chicago Surrenders, New York 1930, S. 205
- Capone über Verhandlungen mit Hymie Weiss: Wer glaubt, er könne mich töten, der soll es ruhig versuchen. Man weiß, wo ich zu finden bin. Und wenn jemand Frieden will, bin ich jederzeit bereit, zuzuhören. - Bei einer Pressekonferenz, Chicago Daily News und New York Times vom 13. November 1926
- Capone über Napoleon: Eines muß ich Napoleon lassen: Er war der größte Racketeer der Welt. Aber ein paar Tips hätte ich ihm trotzdem geben können. Er war wie wir alle. Er wußte nicht, wann man aufhören muß. Er stieg wieder in das Racket ein und hat sich damit selbst zum Abschuß freigegeben. - Burns, Walter Noble: The One-Way Ride: The Red Trail of Chicago Gangland form Prohibition to Jake Lingle. Garden City, N.Y. S. 33
- Capone über die ständigen Anschuldigungen der Presse: Mit Ausnahme des großen Brandes von Chicago hat man mir schon alles in die Schuhe geschoben. - Pasley, Fred D., Al Capone: The Biography of a Self-Made Man. Salem, N.H. S. 352.
- Zum Börsencrash: Ich bestreite entschieden jede Verantwortung. - Abendausgabe des Public Ledger in Philadelphia vom 25. November 1929
- Capones Frau Mae nach seinem Tod: Die Öffentlichkeit hat ihre Vorstellung von meinem Gatten. Ich habe eine andere. Ich werde sein Andenken in Ehren halten und ihn immer lieben. - Sun Times, Chicago, vom 15. April 1951
- Katherine Gerould: Es ist nicht etwa Capones grundsätzliche Verschiedenheit, die ihn für unsere Vorstellungen so interessant macht. Es ist vielmehr die Tatsache, daß er auf so überwältigende Weise typisch amerikanisch ist. - Schoenberg, Al Capone, die Biografie, S. 432
Literatur
- Laurence Bergreen: Al Capone. Ein amerikanischer Mythos. Herbig, München 1996. - ISBN 3-7766-1967-8
- Neil Elliott: My years with Capone: Jack Woodford and Al Capone. Woodford Memorial Ed., Seattle, Wash. 1985. - ISBN 0-9601574-4-1
- Fred D. Pasley: Al Capone. Die Biographie eines Selfmademan. Kompass-Verl., Basel 1931
- Robert J. Schoenberg: Al Capone. die Biographie. Albatross-Verl., Düsseldorf 2001. - ISBN 3-491-96042-8
Weblinks
-
- [http://www.crimelibrary.com/capone/caponemain.htm Crime Library: Al Capone (englisch)]
- [http://www.chicagohs.org/history/capone.html History Files - Al Capone (englisch)]
- [http://www.capones-restaurant.de/gallery.htm Historische Bilderseite eines nach Capone benannten Restaurants]
- http://alcaponemuseum.com
- [http://www.fbi.gov/libref/historic/famcases/capone/capone.htm FBI Famous Cases - Al Capone (amerikanisch)]
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Chicago
Chicago [] ist eine Stadt im US-Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer Einwohnerzahl von 2.862.000 (2004) ist sie die drittgrößte Stadt der USA. Der Name leitet sich aus dem Wort Checagou ab, mit dem die Potawatomi-Indianer das Marschland beschrieben, wo später die Stadt gegründet wurde. Das indianische Wort bedeutet sowohl wilde Zwiebeln wie auch Stinktier. Frei übersetzt bedeutete Checagou also soviel wie „Land, das nach Zwiebeln stinkt“. Die Stadt liegt im Bundesstaat Illinois, am Südwestufer des Michigansees. Im Volksmund wird Chicago auch the windy city genannt.
Geografie
Michigansee
Geografische Lage
Chicago liegt im Nordosten Illinois. Laut Daten des United States Census Bureau hat die Stadt eine Fläche von 606,1 km². Gewässer bedecken davon 2,94% (17,8 km²). In Chicago mündete einst der Chicago River in den Michigansee. Allerdings fließt das Wasser des Chicago River seit 1900 nicht mehr in den zur Trinkwassergewinnung genutzten Michigansee, sondern wird über den „Chicago Sanitary & Ship Canal“ in den Illinois und letztendlich in den Mississippi abgeleitet. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 6 Grad Celsius.
Klima
Das Klima in Chicago ist sehr kontinental. Im Sommer ist es sehr heiß, und im Winter extrem kalt. Da die vorherrschenden Winde im Winter aus Alberta kommen, und nicht vom Michigansee, der für die Gebiete in Michigan einen mildernden Einfluß hat, ist die Durchschnittstemperatur in Januar niedriger als etwa in Anchorage (Alaska). Wer bei -20 Grad in der Schlucht zwischen den Hochhäusern der Lasalle Street gestanden hat, wird schnell erkennen, weshalb die Stadt den Spitznamen "The Windy City" hat.
Ausdehnung des Stadtgebiets sowie der nicht eingemeindeten Agglomeration
Seit der Stadtgebieterweiterung von 1960 um den großzügigen Ausbau des Flughafen O’Hares zu ermöglichen, gliedert sich die City of Chicago in 77 Community Areas.
Ein Bild zur räumlichen Aufteilung findet sich hier [http://en.wikipedia.org/wiki/Image:4550393.gif|1]
Darüber hinaus gibt es noch dutzende Vorstädte in neun verschiedenen Counties welche mit dem Stadtgebiet von Chicago verflochten sind, und daher als Agglomeration gelten. Diese Counties sind in Illinois Cook, DuPage, Kane, Kendall, Lake, McHenry und Will County, in Indiana Lake County und in Wisconsin das Kenosha County. Mit mehr als 9,4 Millionen Einwohnern liegt die Metropolregion Chicago an 28. Stelle der Liste der größten Metropolregionen der Welt (Stand 1. Januar 2005). Da die Vorstädte politisch unabhängig sind, fließen keine Steuergelder aus diesen Enklaven, um die zentrale Infrastruktur der Großstadt zu finanzieren. Dies ist insbesonders bei den Schulen wichtig, weil ihre Finanzierung auf den lokalen Grundsteuern zu einem großen Teil erfolgt, mit landesweiten Zuschüssen pro Schüler als Ergänzung.
Greater Chicago beziehungsweise Chicagoland oder Chicago Metropolitan Area stand bei der Entwicklung des Modells der städtischen Zonen des renommierten Stadtgeographen Ernest Burgess um einen Central Business District (CBD) Pate. Den Kern des CBD bildet der sogenannte, von den Hochbahnschleifen umschlossene Loop (Chicago), die Community Area 32 und angrenzende Gebiete.
Geschichte
In den 70er-Jahren des 18. Jahrhunderts errichtete Jean Baptiste Point du Sable - Sohn eines Québecer Kaufmanns und einer schwarzen Sklavin - einen Handelsposten am Tauschplatz der ortsansässigen Indianerstämme Miami, Fox, Sac und Potawatomi. „Der erste weiße Mann der sich hier niederließ, war ein Schwarzer“, werden sie zitiert.
Vom Handelsposten zur Stadt
Dank der verkehrsgünstigen Lage an den Wassertransportwegen des Michigansees, einem der Großen Seen, und des Chicago Rivers gewann der Handelsposten bis Anfang des 19. Jahrhunderts zusehends an Bedeutung. Als Illinois 1818 den USA beitrat und deshalb verkehrstechnisch besser erschlossen werden sollte, erlangte Chicago nach dem Bau der Ost-West Eisenbahnstrecke daher schnell den Ruf als „Tor zum Westen“. Chicago war nun der wichtigste Handelsplatz für Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte weit und breit. Holz kam mit Schiffen aus dem Norden und wurde vor Ort weiterverkauft oder mit der Bahn weitertransportiert, und Lebensmittel brachten die Farmer auf die Märkte, von wo sie dann wiederum problemlos auf Schiffe oder Züge umgeladen und verfrachtet werden konnten. Werkzeuge und sonstige Materialien die (vorerst) nicht oder in unzureichender Menge vor Ort produziert wurden, kamen wiederum aus dem Osten. So wurde aus dem Handelsposten ein Dorf. Am 12. August 1833 wurde Chicago offiziell gegründet und bereits vier Jahre später, 1837, wurde Chicago mit seinen 4200 Einwohnern zur Stadt erhoben.
Rasante Expansion
1837
Von nun an ging es Schlag auf Schlag. Immer mehr Menschen zogen in die Stadt, und der ohnehin bereits ausgeprägte Handel wurde weiter angetrieben, was noch mehr Zuwanderer anlockte. Die Grundstückspreise stiegen rasant an. Drei Jahre lang sollen sie sich täglich verdoppelt haben. Als der 1836 begonnene Bau des „Illinois & Michigan Canals“ zwischen dem Chicago River und dem in den Mississippi mündenden Illinois 1848 fertig gestellt wurde, gab es eine weitere äußerst attraktive Verkehrsroute. Sechs Staaten südlich entlang des Mississippi, sowie drei nördlich, und Regionen entlang des in den Mississippi mündenden Missouri waren nun zusätzlich durch eine breite Wasserstraße erschlossen. Ebenfalls 1848 wurde zudem die erste Eisenbahnstrecke eröffnet, die auch Chicago anfuhr - die „Galena & Chicago Union Railroad“. Seit der Fertigstellung des „Chicago Sanitary Canals“ im Jahr 1900 mündet der Chicago River nicht mehr in den Michigansee, sondern durch den „Illinois & Michigan Canal“ und in weiterer Folge den Illinois in den Mississippi.
1850 hatte Chicago bereits 30.000 Einwohner, und ein Ende des Zustroms war nicht absehbar - zu günstig waren die Rahmenbedingungen am Verkehrsknotenpunkt der USA. 1855 kam es zum „Lager Beer Riot“. Deutsche Siedler kämpften in diesem Aufstand um ihr Recht auch am Sonntag Bier ausschenken zu dürfen. Zwischen dem 8. und dem 10. Oktober 1871 wütete der Große Brand von Chicago, der den Großteil der Stadt zerstörte. Doch rasch wurde die Stadt wieder aufgebaut. Architekten wie Louis Sullivan und später auch Frank Lloyd Wright kamen in die Stadt, die nun als Experimentierfeld für urbane Innovationen diente. 1880 zählte die „wiedergeborene“ Stadt bereits 500.000 Einwohner.
Geburtsstunde des Hochhauses
1880
Zwischen 1880 und 1890 verdoppelte sich die Einwohnerzahl und Chicago zählte nun über eine Million Einwohner. Zwar erlebten die Grundstückspreise in der Innenstadt schon seit der Ernennung zur Stadt immer wieder extreme Anstiege, doch dieses Mal drang man in eine neue Preisdimension vor. Kostete 1m² im Jahr 1880 noch 130 US-Dollar, versiebenfachte er sich bis zum Jahr 1890 fast bis auf 900US-$/m². Um rentabel zu wirtschaften, begannen Grundstückseigner ihre Grundfläche maximal zu nutzen - d.h., es musste höher gebaut werden. Dank neuer Erfindungen wie elektrischer Aufzüge, feuerfesterer Baustoffe, aber vor allem durch die Verwendung von Stahlskeletten im Gebäudebau, wurde dies möglich.
Das Home Insurance Building von 1885 (1931 abgerissen), war das erste Bauwerk, das die neuen technischen Errungenschaften vereinte, und gilt mit seinen zehn Etagen als das erste Hochhaus der Welt. Das 1889 von Dankmar Adler und Louis Sullivan errichtete Auditorium Building wies zudem - neben seiner fast perfekten Akustik - als Neuheit eine Klimaanlage auf. Zwischen 1890 und 1894 wurde das Reliance Building erbaut, welches als Vorläufer der gläsernen Vorhangwandkonstruktion gilt, die später den „internationalen Stil“ bestimmen sollte. Es gilt als Meisterwerk der Ersten Chicagoer Schule.
Ende 19. Jahrhundert
Am 1. Mai 1886 organisierten die Gewerkschaften Chicagos einen Streik, um die Arbeitszeiten von täglich 12 auf 8 Stunden zu reduzieren. Als die Polizei am 3. Mai hart durchzugreifen begann, und Streikende getötet wurden, kam es zu einem Aufstand, der als Haymarket Riot in die Geschichte einging. Das Ende des 19. Jahrhunderts war auch ansonsten keine ruhige Phase. Die Korruption erlebte seine erste Blütezeit. Viele Politiker der Stadt waren käuflich. Etwa ein Viertel der Stadträte besaßen Saloons und waren als „boodlers“ („Geschmierte“) verschrien. Hempstead Washburne, Bürgermeister von 1891 bis 1893 war für seine Wiederwahl mit dem Hinweis „klüger, für einen Mann zu votieren, der bereits genug gestohlen hat, als für einen neuen“. Auch Wahlbetrug stand an der Tagesordnung. Washburne gelang seine Wiederwahl jedenfalls nicht.
1893 bewarb sich Chicago für die Weltausstellung und gewann gegen seine Mitbewerber New York, Washington und St. Louis. Die „World Columbian Exposition“, so hieß die Veranstaltung, dauerte rund fünf Monate und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Kunst und Architektur dieser Zeit.
World Columbian Exposition
Weitere geschichtliche Ereignisse
- Juli 1918: Als weiße Polizisten sich weigern, bei einer Steinigung eines im See schwimmenden Schwarzen einzuschreiten, folgt ein sechstägiger Aufstand mit 38 Toten.
- ab 1920: Johnny Torrio und Al Capone übernehmen die Kontrolle über große Teile der Stadt.
- Ab 1922 Chicago wird zur Jazzmetropole. Größen wie Louis Armstrong, Earl Hines oder Jelly Roll Morton beleben die "schwarzen Clubs" und prägen den "Chicago Jazz"
- 1933 Weltausstellung des Fortschritts
- 1968 wird die Democratic National Convention von Ausschreitungen in der Stadt begleitet. Später werden die Chicago Seven dafür angeklagt.
- 1974 Fertigstellung des Sears Tower
- 1983 Harold Washington wird Chicagos erster schwarzer Bürgermeister; er kommt 1987 durch einen Herzinfarkt ums Leben
- 13. April 1992 Überflutung vieler Keller in der Innenstadt durch Wassereinbruch in einen stillgelegten U-Bahn-Tunnel
Einwohnerentwicklung
Laut der Volkszählung aus dem Jahr 2000 gibt es in der Stadt 2.896.016 Einwohner, 1.061.928 Haushalte und 632.909 Familien, die in der Stadt ansässig sind. Die Bevölkerungsdichte beträgt 4.923 Einwohner/km². Die Bevölkerung besteht zu 41,97% aus Weißen und zu 36,77% aus Afroamerikanern; 4,41% sind asiatischer Herkunft.
Der Median des Einkommen je Haushalt liegt bei 38.625 US-Dollar, der Median des Einkommens einer Familie bei 42.724 US-Dollar. 19,6% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
Ethnischer Hintergrund von zahlreichen Einwohnern
Die Metropolregion Chicago besitzt eine der weltweit größten polnischen Gemeinden mit etwa 1,65 Millionen Einwohnern polnischer Herkunft. Damit gilt Chicago als zweitgrößte polnische Stadt nach Warschau (ca. 2 Mio. Einwohner), wobei diese Bezeichnung übersieht, dass die Vororte selbständige Kommunen sind und dass ethnische Herkunft für nachfolgende Generationen in Bedeutung abnimmt, besonders bei Kindern aus gemischten Ehen. Dies gilt auch für die zahlreiche Nachkommen deutscher Einwanderer, die in und um Chicago wohnen. Außerdem wohnen in Chicago etwa 150.000 Südslawen (insbesondere Kroaten). Da viele Einwohner irischstämmig sind, findet jedes Jahr im März eine riesige St. Patrick's Day Parade statt. Zur Feier dieses Tages wird auch der Chicago River grün gefärbt. Derzeit gibt es auch ein sehr großes Gebiet im Nordwesten der Stadt, die dadurch auffällt, dass die Schilder auf Geschäften koreanisch beschriftet sind. Ebenfalls gibt es ein Kongressbezirk in Chicago, dessen Zuschnitt eine hispanische Mehrheit im Bezirk sichert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
St. Patrick's Day
St. Patrick's Day
- Brookfield Zoo
- Adler Planetarium
- John G. Shedd Aquarium
- Clarence Buckingham Memorial Fountain and Garden (gestaltet von Marcel Francois Loyau)
- Lake Shore Drive Apartments (entworfen von Ludwig Mies van der Rohe)
- Sears Tower (von 1974-1998 höchstes Gebäude der Welt) im Loop
- John Hancock Center, ein Hochhaus, zentral in 875 North Michigan Avenue gelegen
- Wrigley-Building, im Auftrag des gleichnamigen Kaugummikonzerns erbaut
- Standard Oil Building (heisst jetzt Aon Center, siehe Amoco Building)
- Green Mills (Stammkneipe des Gangsters Al Capone, noch immer im Stil der 20er Jahre eingerichtet)
Theater
- Drury Lane Water Tower Place
- Goodman Theatre
- Merle Reskin Theatre (ehem. Blackstone Theatre)
- The Second City
- Steppenwolf Theatre
Museen
Steppenwolf Theatre
- Art Institute of Chicago
- Chicago Historical Society http://www.chicagohs.org/
- Field Museum of Natural History
- Museum of Contemporary Art
- Museum of Science and Industry
Musik
Bei der Weiterentwicklung der genuin US-amerikanischen Musikstile von Jazz, Blues und Soul hat die Stadt eine bedeutende Rolle gespielt. Durch eine große wirtschaftlich bedingte Migrationsbewegung zu Beginn der 1920er Jahre sowie die Schließung des Vergnügungsviertels Storyville in New Orleans verlagerte sich das musikalische Zentrum des Jazz zusehends nach Chicago. Bedeutende Musiker wie Louis Armstrong, King Oliver und Jelly Roll Morton waren in der Stadt aktiv. In der Southside, dem Schwarzenviertel der Stadt entwickelte sich ein reges Jazzleben. Es entwickelte sich der sogenannte Chicago Jazz, welcher die Soloimprovisation gegenüber der Kollektivimprovisation stärker in den Vordergrund rückte, und eher zu einer kühlen Spielweise neigte. Der von Gitarre und Mundharmonika geprägte, ländliche Delta-Blues wurde in Chicago elektrifiziert. Es entwickelte sich der sogenannte Chicago Blues. Die Stadt entwickelte sich zu einem bis heute aktiven Zentrum des Blues, geprägt durch Musiker wie Howlin' Wolf, Muddy Waters und Willie Dixon. In den 1960er Jahren entwickelte sich der Chicago Soul, als dessen bekanntester Vertreter Curtis Mayfield gilt. Die Stadt gilt als Geburtsort der House-Music mit ihrer Untergattung Chicago House, und ist auch in der Hip-Hop-Musik einflussreich. Das Chicago Symphony Orchestra gehört zu den besten Orchestern der USA. Weitere bekannte Musiker und Bands der Stadt sind:
- AACM, Association for the Advancement of Creative Musicians, eine Vereinigung von Jazz-Musikern, die sich der Erneuerung der afrikanisch-amerikanischen Musik verpflichtet haben
- Art Ensemble Of Chicago, "Great Black Music, Ancie | | |